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Der Geologe Stephen E. Haggerty machte 2015 eine brillante Entdeckung. Der Schraubenbaum (Pandanus Candelabrum), ein dorniges Gewächs, das entfernt an die Yucca-Palme erinnert, wächst ausschließlich dort, wo es auch Diamanten gibt. Wie ist das möglich? Reicht es in Zukunft nur diesen Baum zu suchen, um reich zu werden?

Ich muss ein bisschen ausholen, um diese unglaubliche Geschichte für Sie verständlich zu machen. Diamanten müssen irgendwie aus dem Erdinneren ans Tageslicht kommen, oder zumindest weit genug in Richtung Erdoberfläche, damit wir sie fördern können. Das ist oftmals ein ziemlich weiter Weg und den überwinden sie, indem sie Kimberlit als Taxi nützen. Kimberlit ist sozusagen das Muttergestein der kostbaren Edelsteine. Es ist ein blaugrünes bis schwarzes Magma-Gestein, das vor Millionen von Jahren bei der Abkühlung von geschmolzenen Mineralien entstanden ist. Wenn Vulkane ausbrechen, gelangt Kimberlit durch senkrechte Schlote an die Erdoberfläche und damit auch die Rohdiamanten, die sich eventuell darin befinden. Kimberlit enthält aber nicht nur vereinzelt Diamanten, sondern immer und auf jeden Fall Kalium, Phosphor und Magnesium. Diese Mischung ist ein hervorragender Dünger für Pflanzen. Allerdings enthält Kimberlit so viel Eisen, dass bei Pflanzen über längeren Zeitraum Schäden an der DNA und an den Zellwänden entstehen. Bei allen Pflanzen, außer beim Schraubenbaum. Dieser Baum hat eine Strategie entwickelt, um genau dort überleben zu können. In seiner Evolution war er sogar so eifrig, dass er wirklich nur noch dort wachsen kann, wo er Kimberlit als Nährboden hat. Ihm reicht aber anscheinend nicht nur Kimberlit als Untergrund, es müssen schon große Kimberlitschlote sein, die reich an wertvollen Rohdiamanten sind. Der Schraubenbaum ist eine absolut zuverlässige Indikatorpflanze für Diamantvorkommen.

Jetzt kommt der Haken: Bis jetzt gibt es erst drei Fundorte dieser Pflanze, sie ist äußerst schwer zu entdecken – im sumpfigen, dicht bewachsenen Dschungel Liberias. Doch mit Hilfe von Satelliten- und Luftbildern wird jetzt versucht neue Schraubenbaumkolonien zu entdecken, um so die Diamantenquellen darunter erschließen zu können.

Es gibt übrigens auch Indikatorpflanzen für Kupfer oder Gold, aber das ist nicht mein Spezialgebiet, das müssen Sie leider selbst genauer recherchieren.

Also: Geld wächst ja bekanntlich nicht auf Bäumen – aber eventuell darunter!

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Die-anspruchsvollste-Pflanze-der-Welt/story/17022265

 

 

Pinke und rote Diamanten zählen zu den seltensten Farbdiamanten auf unserem Planeten. 90% dieser fancy diamonds stammen aus einer einzigen Mine, aus der Argyle Mine in Australien. Woher die rote Farbgebung der Edelsteine kommt, ist noch nicht gänzlich geklärt, Experten vermuten aber, dass diese mit Defekten im Kristallgitter zu tun haben könnte.

Die Argyle Mine gehört zur Rio Tinto Group, einem Bergbauunternehmen, das seit 1984 die jährliche Argyle Pink Diamond Tender veranstaltet. Hier werden die schönsten rosa Diamanten der Produktion einem handverlesenen Publikum präsentiert und schließlich auch versteigert. Der Karatpreis bei diesen exquisiten Stücken liegt zwischen 100.000 und 1.000.000 US-Dollar. Um sich ein Bild zu machen: 2012 waren es 56 pinke Diamanten, die so zu ansehnlichen Preisen die Besitzer wechselten.

In der Argyle Mine werden überwiegend farblose Diamanten gefördert, nur etwa 0,01% der gesamten Produktion entfallen auf pinke, blaue und rote Fancys. Um noch einmal zu verdeutlichen wie selten selten ist: Von einer Million Karat Rohdiamanten aus der Mine ist nur ein Karat Pink. Rote Diamanten sind so selten, dass man mit Prozentangaben gar nicht mehr hinkommt, wenn man ausdrücken möchte, wie selten sie sind. Weltweit wurden bis jetzt erst ca. 20 Diamanten als ROT zertifiziert. Zwischenstufen wie purplish red sind auch mir schon untergekommen. Einen Farbdiamanten der Farbstufe Rot hatte ich noch nicht in den Händen – bis jetzt – ich halte Sie auf dem Laufenden.

http://www.diamondenvy.com/fancy-red-diamonds-guide

Normalerweise entstehen Diamanten etwa 150 bis 250 km tief unter der Erdoberfläche. Durch den immensen Druck und Temperaturen über 1000 Grad Celsius herrschen dort die richtigen Bedingungen um aus Kohlenstoff Diamanten zu pressen. Das ist ein Vorgang der bis zu 3 Milliarden Jahre dauern kann. Umweltereignisse wie z.B. Vulkanausbrüche bringen die Rohdiamanten dann ans Tageslicht. Anhand von Einschlüssen in den Diamanten können Wissenschaftler genau feststellen, welche physikalischen und chemischen Gegebenheiten bei der Entstehung der Edelsteine maßgeblich waren.  

Bei besonders großen Rohdiamanten wie dem Cullinan, fanden Forscher Einschlüsse die darauf schließen lassen, dass sich die Edelsteine in flüssigem Metall bildeten und das ist am ehesten in einer Tiefe von 410 bis 660 km zu vermuten. Diese Diamanten sind durch Ihre Herkunft natürlich sehr wertvoll und geben darüber hinaus wissenschaftliche Erkenntnisse über unser Erdinneres preis, die bisher nur Vermutungen waren. So ist etwa Wasser noch in viel tieferen Erdschichten vorhanden, als bisher angenommen – Diamanten sind also nicht nur wunderschön und  wertvoll, sondern auch wichtig für die Analyse von Prozessen, die tief in der Erde stattfinden.

Bildquelle: http://www.v-e-i.de/update/haupt.html

Antwerpen ist unbestritten die Diamantenhauptstadt der Welt und das schon seit dem 15. Jahrhundert. Im Diamantenviertel, das aus drei kleinen Straßen in der Nähe des Hauptbahnhofs besteht, gibt es etwa 1600 kleine und große Unternehmen, die sich vollkommen dem Geschäft mit den funkelnden Edelsteinen verschrieben haben. Darunter auch vier große Diamantenbörsen, Expertiseninstitute und Schleifereien.

So kommt es, dass jeder zweite geschliffene Diamant mindestens einmal in die belgische Stadt gebracht wird – entweder um dort zertifiziert, oder um dort gehandelt zu werden. Bei den Rohdiamanten sind es noch etwas mehr. 84% aller Rohdiamanten weltweit werden über Antwerpen gehandelt. Der Ein- und Verkauf in den Diamantenbörsen unterliegt besonderen Ritualen und Verhaltensregeln, die diesen Orten eine sehr spezielle Atmosphäre verleihen. Fast möchte ich es einen „Zauber“ nennen, der hier in der Luft liegt, doch das ist eine andere Geschichte…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotoquelle: http://www.hln.be

Entschuldigung – wir sprechen hier von einem Diamanten, also rechnen wir selbstverständlich nicht in Gramm sondern in Karat, das wären dann 0,0003 Karat. Ungefähr 0,5mm groß ist das kleine Wunder und somit offiziell der kleinste jemals geschliffene und zertifizierte Diamant. Bhavani Micro ist mit dem bloßen Auge fast nicht erkennbar. Umso unvorstellbarer ist, dass es seinem Schöpfer gelungen ist, einen Brillanten mit 57 Facetten daraus zu zaubern. Der Diamant ist so winzig, dass es unwahrscheinlich ist ihn wiederzufinden, wenn er z.B. auf den Boden fällt. Natürlich mussten der oder die Meister den kleinen Brillanten von Hand schleifen, Maschinen die in solch kleinen Dimensionen arbeiten gibt es meines Wissens nach in unsere Branche nicht. Wer genau sich die Lorbeeren für das Kunstwerk aufsetzen darf ist nicht bekannt. Zertifiziert wurde Bhavani Micro von IGI und dort ließ man nur verlautbaren, dass das gute Stück aus einer Firma in Surat stammt. Faszinierend, wie dort das Handwerk der Diamantschleiferei beherrscht wird!

http://www.igiworldwide.com/press.html

Hä? Selbst Juweliere sind oft verwirrt ob der beiden Begriffe – aber keine Angst in 2 Minuten können Sie jedem erklären was der Unterschied zwischen einem Brillanten und einem Diamanten ist, oder ob es sich nicht doch um den gleichen Edelstein handelt – wetten?

Diamanten sind, wenn Sie ans Tageslicht gefördert werden nicht wirklich schön oder einzigartig, erst der richtige Schliff macht sie zu etwas Besonderem. Je nach vorliegendem Rohstein entscheidet sich ein geübter Schleifer für den Schliff (Cut), der aus dem Diamanten das Beste herauszuholen vermag. Dabei wird darauf geachtet nicht zu viel vom Material wegzunehmen, um möglichst viel Karat zu erhalten. Das berühmte Feuer des Diamanten entsteht erst, wenn Symmetrie, Lichtbrechung und Proportionen stimmen. So kann für einen Diamanten die Herzform stimmig sein und ein anderer kommt erst als Tropfen richtig zur Geltung. Der bekannteste und gängigste Schliff ist allerdings der runde Brillantschliff und damit sind wir beim Thema. Ein Diamant wird also durch den Schliff zum Brillanten (Bild). Natürlich können auch andere Edelsteine wie z.B. Rubine im Brillantschliff geschliffen werden, die Bezeichnung Brillant verwendet man allerdings nur für Diamanten.

Also: Alle Brillanten sind Diamanten, aber nicht jeder Diamant ist ein Brillant – und ja, es heißt wirklich Brillant und nicht Brilliant ;-)

Dieser Diamant ist in Wirklichkeit ein Himmelskörper, genauer gesagt ein kristalliner weißer Zwerg. Das ist der Rest eines Sternes der ausgebrannt - also erloschen ist. Schon lange vermuten Forscher, dass solche weißen Zwerge Diamantkerne besitzen könnten. Hier ist der Beweis erstmals geglückt. Der gigantische Weltraumdiamant mit einem Durchmesser von 4.000 km wurde Lucy getauft – in Anlehnung an den Beatles-Hit „Lucy in the Sky with diamonds“. Ungefähr 50 Lichtjahre entfernt zieht der 10 Milliarden Billionen Billionen Karat schwere Brocken seine Bahnen.

1905 wurde der größte irdische Diamant gefunden. Mit 3106,75 Karat (621,35 Gramm) - im Rohzustand - für mich als Expertin ein Wunder der Natur. Der sogenannte Cullinan-Diamant wurde in mehrere „kleinere“  Edelsteine zerteilt und geschliffen. Der größte Teil, der Cullinan I, gehört zu den britischen Kronjuwelen und ist mit 530,2 Karat der zweitgrößte geschliffene Diamant der Welt.

Bild: Travis Metcalfe und Ruth Bazinet, Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics

Die größte Diamantenmine der Welt befindet sich in der Nähe der sibirischen Stadt Mirny. Mit einem Durchmesser von 1200 Metern und einer Tiefe von 525 Metern, hat dieser - von Menschen geschaffene Krater - gigantische Ausmaße. So gigantisch, dass Hubschrauber und Flugzeuge nicht darüber fliegen dürfen, weil im Schlot heimtückische Abwinde entstehen können. Das Loch selbst ist zwar seit 2001 geschlossen, unter Tage wird aber weiter fleißig abgebaut. Bei Außentemperaturen von bis zu MINUS 50 Grad im Winter, ist es aber auch eher von Vorteil nicht draußen zu arbeiten ;-)

Bildquelle https://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/leuchten-und-funkeln-beruehmte-diamanten-und-edelsteine

Wussten Sie schon,…?

In unregelmäßigen Abständen informiere ich die treuen Leser meines Blogs (jaaaa - es gibt sie wirklich) über das aktuelle Marktgeschehen im Kapitalinvestmentbereich. Dabei versuche ich, so klar und einfach wie möglich mein Wissen an andere weiterzugeben, denn Profis brauchen meine Anregungen nicht unbedingt, also kann ich mir das unverständlich Finanzgeniegelaber sparen. Ich möchte Erstanleger und Hobbyinvestoren ansprechen, die überlegen, den Schritt in den Investmentdschungel zu wagen.

Sparbuch, Sparstrumpf, Versicherungen, Immobilien, Gold und eher exotische Sachwertinvestments waren schon Thema. Auch an BitCoins habe ich mich ran gewagt, da ich in Kundengesprächen immer wieder damit konfrontiert wurde. Mir ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen, deshalb werde ich demnächst z.B. Crowdfunding und Crowdlending genauer unter die Lupe nehmen.

Mein eigentliches Steckenpferd - meine Leidenschaft - sind allerdings Anlagediamanten und Kapitalinvestments, die durch den Sachwert Diamant abgesichert werden. Wie das genau funktioniert und was dahintersteckt ist unglaublich spannend und einfach zugleich – doch nicht der Grund warum ich mich heute an Sie wende. Ich möchte Ihnen in einer kleinen Sonderreihe, die ich „Wusste Sie schon,…?“ nennen werde, den Diamanten an und für sich näher bringen. Was steckt hinter den funkelnden Steinen, die seit tausenden Jahren die Menschen faszinieren? Wo kommen sie her? Wie lang gibt es sie schon? Sind sie wirklich mit dem Bleistift verwandt? Was ist dran, am Hollywoodfilm mit dem Herrn DiCaprio? Kann ich vielleicht selbst Diamanten finden? Wieso gibt es farbige Diamanten? Wie funktioniert der Markt? Was läuft denn da in Antwerpen? Und wer oder was ist DeBeers?

Das Schöne an „Wussten Sie schon,…?“ ist, dass ich diese Dinge schon weiß und dieses Mal nicht nächtelang recherchieren muss, um Sie mit Informationen zu versorgen. Das alles wohnt schon längst in meinem Kopf und muss nur noch für Sie zu Papier gebracht werden. Ich freue mich – ich hoffe Sie auch ;-)

Los geht’s:

„Wussten Sie schon, dass Diamanten viel älter sind als Dinosaurier – und lange noch nicht ausgestorben?“

Vor etwa 225 Millionen Jahren bevölkerten Dinosaurier unseren Planeten. Ausgestorben sind sie vor rund 65 Millionen Jahren. Das sind Zeitspannen, die man sich nur schwer bis gar nicht begreifbar machen kann, wenn man bedenkt wie lange sich z.B. 8 Stunden manchmal hinziehen können. Wenn Sie das schon beeindruckt, dann halten Sie sich fest: Diamanten sind Milliarden Jahre alt. Manche Diamanten sind nachweislich sogar über 3 Milliarden Jahre alt. Wenn Sie also das nächste Mal beim Juwelier vorbeigehen, schauen sie doch etwas genauer in das Schaufenster, vielleicht erblicken Sie einen Zeitzeugen der ganz besonderen Art ;-) 

Jeden Tag spreche ich mit meinen geschätzten Kunden (und Geschäftsleuten, die dringend meine Kunden werden sollten) über Investitionen, unterschiedliche Möglichkeiten und Konzepte und natürlich diverse Trends am Kapitalmarkt. Diese Gespräche sind sehr interessant und informativ – meistens für beide Seiten. Da ich so quasi direkt meine eigenen Marktforschungen betreibe, fällt mir stark auf, dass Diskussionen immer wieder beim Thema E-Geld, im Speziellen bei Bitcoins landen. Plötzlich ist diese virtuelle Währung so in aller Munde, dass es sich lohnt, genauer darüber Bescheid zu wissen. Schließlich ist es mir mehr als wichtig, meinen Kunden auch diesbezüglich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Leider, nein eher zum Glück, war ich bis jetzt was Blockchains und Kryptowährungen betrifft ein unbeschriebenes Blatt. Da Sie mich mittlerweile so gut kennen müssten um zu wissen, wie gern ich mir neues Wissen aneigne, verstehen Sie sicher, dass das für mich ein prima Anlass ist, wieder mal die grauen Zellen zu beanspruchen. Los geht’s:

Immer mehr Menschen werfen ihr hart erspartes Geld mit vollen Händen ins Internet, weil sie statt einer realen, angreifbaren Banknote, lieber virtuelles Geld besitzen. Klingt komisch – ist aber so… Was steckt hinter diesem Phänomen? Wie sicher sind Kryptowährungen? Wie groß ist der Markt mittlerweile? Eignen sich Bitcoins und Co als Kapitalinvestment oder sind sie eher als Zahlungsmittel zu sehen?

Blockchains – Bitcoins – Mining – Die Begriffe dahinter:

Um überhaupt nur ansatzweise begreifen zu können, was hinter den virtuellen Währungen steckt, ist es zwingend nötig, die Begriffe dahinter zu klären. Nur so ist es möglich, zu verstehen was Kryptowährungen sind und woher sie kommen. Im Internet gibt es etwa genauso viele Erklärungen dazu, wie Gauner im Darknet. Verstanden habe ich davon keine, da hier meist nur Fachbegriffe mit anderen Fachbegriffen erklärt werden. Ich gehe davon aus, dass das pure Absicht ist. Oft ist es besser, die breite Masse versteht nicht so ganz genau, wie und warum Geld sich vermehrt oder verschwindet. Wir wollen uns aber von genau dieser breiten Masse abheben, also lassen Sie mich versuchen, das System kurz und knapp auf den Punkt zu bringen – verständlich für jeden potentiellen Investor:

Kryptowährung/Kryptogeld: Ist der Oberbegriff für sämtliche digitalen Währungen. Krypto- kommt von kryptografisch und meint verschlüsselt. Das ist ein Hinweis darauf, dass alle Kryptowährungen digitale Daten sind, die durch technische Mittel verschlüsselt sind. Sinn und Zweck von Kryptowährungen ist ein bargeldloser, dezentraler Zahlungsverkehr d.h. ohne die Abhängigkeit, Kontrolle oder Mitwirkung von Banken und Behörden.

Bitcoins: Sind die bekannteste Kryptowährung. Nur weil die anderen Währungen in den Medien nicht so präsent sind, sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Es gibt derzeit ca. 688 Kryptowährungen mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von ca. 40 Milliarden US-Dollar – Sie sehen, die Materie ist also sehr umfassend. Im Internet findet man tagesaktuelle Listen aller Währungen, manche weisen für einzelne Kryptowährungen 2200% Rendite p.a. aus. Schön, sehr schön sogar. Doch wenn es so einfach wäre, würde ich nicht hier sitzen und schreiben ;-)

Blockchain: Jetzt wird’s spannend, denn wenn man die Technologie der Blockchain (Blockkette) durchschaut hat, weiß man nämlich auch, wie digitale Währungen funktionieren. Prinzipiell ist eine Blockchain eine riesengroße Datenbank, bestehend aus unzähligen Blöcken die mit Daten vollgeschrieben werden. Ist ein Block voll, wird der nächste unten dran gehängt und weiter beschrieben, wie bei einer Kette – ein Block hängt am nächsten. In jedem neuen Block fasst eine Prüfsumme den vorherigen Block zusammen, eine weitere Prüfsumme sogar die gesamte Kette. Damit kann immer ein Bezug zur Datenvergangenheit hergestellt werden und jeder Block bekommt und erhält den richtigen Platz in dieser Kette. Die Datenbank ist eigentlich ein gigantisches Datenprotokoll, dass alle Transaktionen die jemals stattgefunden haben niederschreibt und speichert und zwar unwiderruflich (theoretisch) und für immer (auch theoretisch). Toll an dieser Geschichte ist, dass diese Blockchain niemandem gehört. Wie Kryptogeld ist auch die Blockchain ein dezentrales System. Das Protokoll liegt nicht auf einem speziellen Server, bei einem Unternehmen oder bei einer Behörde. Niemandem gehört diese Datenmenge – sie ist auf viele Computer verteilt, überprüft sich eigentlich selbst, weil ja jeder Block den vorherigen zusammenfasst und soll auch deswegen nicht manipulierbar oder zu hacken sein. Ein Verwalter ist nicht mehr notwendig, richtig ist was wahr ist.

Mining/Miner:

Richtig ist, was wahr ist? Hä? Überprüft sich selbst? Näher betrachtet nicht unbedingt, denn so ganz ohne Menschen kommen weder die Blockchain noch Kryptowährungen aus. Und das ist auch gut, so weit haben uns Computer und Datenbanken noch nicht im Griff. Im Hintergrund bei den eben besprochenen Systemen arbeiten sogenannte Miner. Miner (Minenarbeiter) und Mining (Schürfen/Abbauen) bezieht sich auf die Goldgewinnung. Bekannter Weise wird in Goldminen geschürft um an Goldvorkommen zu gelangen. Mining im digitalen Sinn verläuft ohne Schweiß und man macht sich dabei auch nicht schmutzig. Miner stellen vereinfacht gesagt die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung um jeden einzelnen Block der Blockchain zu kontrollieren. Darüber hinaus lösen Sie, ebenfalls durch die Rechenleistung Ihrer PCs „mathematische Rätsel“ um neue Blocks zu erschaffen. Ich will hier nicht näher ins Detail gehen, diese Materie ist einfach zu komplex um sie hier im Rahmen meines Blogs aufs Papier zu bringen. Nur so viel: Die Rechenleistung die hier notwendig ist, ist mit dem Laptop zu Hause nicht schaffbar. Gigantische Datenmengen erfordern gigantische Maßnahmen, mal eben so nebenbei ins Miningbusiness einzusteigen ist praktisch nicht (mehr) möglich.

Wie entstehen jetzt also diese Bitcoins und andere Kryptowährungen?

Anhand von Bitcoins erklärt sich das System so: Ausgegeben werden die Coins vom Bitcoin-Online-Netzwerk, das ein Zusammenschluss aller Nutzer weltweit ist, die sich die entsprechende Software auf ihrem Rechner installiert haben und damit diese Währung nutzen können. Die Bitcoins werden von diesem Netzwerk an andere Computer geschickt und zwar als Bezahlung dafür, wenn diese als erste „mathematische Rätsel“ gelöst haben. Die Menge aller jemals möglichen Bitcoins ist jetzt schon vorgegeben, sie ist also begrenzt. Das virtuelle Gelddrucken wird immer schwieriger und die Belohnungen werden immer geringer, sie werden in gewissen Abständen sogar halbiert, was allerdings angesichts der momentanen Kursteigungen aber nicht allzu schlimm sein dürfte.

Damit sind wir endlich beim eigentlichen Thema angelangt:

Sind Kryptowährungen für Anleger interessant oder gefährlich?

Tagesaktuell steht der Kurs der Digitalwährung Bitcoin auf über 2000$, was mehr als beachtlich ist, waren es doch im Jänner noch unter 800$. Möglicherweise sind die aktuellen Rekordgewinne dadurch zu erklären, dass Japan den Bitcoin Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat und die USA eventuell kurz davor steht, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen. Alles legitim. Auch Kursschwankungen sind für risikofreudige Anleger, ich nenne sie mal ohne Umschweife „Zocker“ kein Problem und sie erhöhen ja auch den Nervenkitzel für alle, die das brauchen oder wollen so herrlich. Kurskorrekturen nach unten sind oft die Folge von Hackerangriffen auf Krypto-Tauschbörsen oder technische Probleme (2014 sind 850.000 Bitcoins verschwunden, wahrscheinlich, vielleicht auch mehr oder weniger, keiner weiß das so genau…). Generell sind stabile Kurse eher nicht zu erwarten, da die Welt der Kryptowährungen sich noch zu sehr im Aufbau- und Findungsprozess befindet. Als Spekulationsobjekt sind Kryptowährungen hervorragend geeignet, allerdings auch wieder nur, wenn man sich die Mühe macht und den Markt aufmerksamst verfolgt. Und zwar nicht nur den Markt der Bitcoins, sondern auch den der 687 anderen Kryptowährungen – oder wollen Sie etwas verpassen?

Nicht außer Acht lassen dürfen wir auch die Gefahr einer Blase – richtig Blasenbildung ist nicht nur am Immobilienmarkt ein Thema. Immer wenn etwas übernatürlich oder ungewöhnlich schnell und hoch im Wert steigt, sollte man skeptisch werden und all seine Optionen noch einmal genauer überdenken. Wir wollen doch nicht zu denen gehören die sagen müssen: „Nachher ist man immer schlauer!“

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass selbst viele aktive Kryptoinvestoren noch nicht so ganz auf das System vertrauen. Sie sind deshalb eher geneigt Gewinne sofort mitzunehmen und was das nach sich ziehen kann, wenn alle gleichzeitig aus dem Markt stürmen, muss ich wohl nicht genauer erläutern.

Fazit: Investieren in E-Geld? Ja, sehr gerne, wenn Sie den Nervenkitzel wollen, Zeit haben und das Geld, das Sie investieren möchten ruhig abschreiben können. Sogenanntes „Spielgeld“ ist hier allemal gut aufgehoben. Für mich – jemanden der nicht einmal Lotto spielt, weil hier das Geld nicht gut „investiert“ ist, ist das nichts. Gar nichts. Da ist man bei Aktien solider Unternehmen besser aufgehoben – passieren kann auch hier immer etwas, aber die Gründe dafür sind dann wenigstens eher durchschaubar und REAL.

Als Zahlungsmittel sehe ich sehr wohl Potential (und dabei denke ich nicht nur an die eingangs erwähnten Darknet-Gauner). Der Vorteil direkt Zahlungen ohne zwischengeschaltete Bank zu tätigen klingt vernünftig und herrlich unkompliziert. Wenn man sich den IST-Zustand ansieht ist der Traum relativ schnell ausgeträumt: In Deutschland gibt es etwa 100 Unternehmen, in Österreich und der Schweiz zusammen nur ca. 20, die Zahlungen in Bitcoins akzeptieren. Nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt,…“ wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich Kryptowährungen soweit durchsetzen, dass man Lebensmittel, Kleidung, die Tankfüllung und das kühle Feierabendbier kryptisch zahlen kann.

Ich weiß, dass war jetzt sehr viel, aber trotzdem noch recht oberflächlich. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten und noch öfters auf dieses Thema eingehen – es interessiert mich nämlich sehr und der Reiz des Neuen ist nicht von der Hand zu weisen. Doch bis jetzt muss ich als Fazit folgendes beschließen: Hier arbeitet Ihr hart erarbeitetes Geld NOCH nicht von selbst für Sie!

 

 

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